Das Diabetes-Zentrum im Überblick

Bewegung und Diabetes

Bewegung und körperliche Aktivität sind vor allem bei Typ 2-Diabetes, aber auch bei anderen Diabetesformen eine wichtige Therapie-Säule. Gerade bei insulinpflichtigem Diabetes ist der richtige Umgang mit körperlicher Aktivität in Ihrem Alltag wichtig.

Kann ich mit Diabetes Sport treiben?

Diabetes ist kein Grund, keinen Sport zu treiben, im Gegenteil: Auch und gerade bei Typ 2-

Diabetes ist körperliche Aktivität eine wichtige Therapie-Säule. Nur bei speziellen Herzerkrankungen, bestimmten Augenschäden oder bei einem diabetischen Fußsyndrom können einzelne Sportarten nicht empfohlen werden. 

Was mache ich, wenn ich in meiner Beweglichkeit schon eingeschränkt bin?

Es gibt Angebote speziell für Menschen mit Bewegungseinschränkungen, wie z. B. Hockergymnastik oder Gymnastik für Fußpatienten.

Kann ich auch bei Übergewicht Sport treiben?

Bewegung hilft, Muskulatur aufzubauen und Energie zu verbrauchen. Damit unterstützt jegliche Bewegung (Sport, aber auch Bewegung im Alltag) den Abnehmprozess. Wählen Sie Sportarten, die gelenkschonend sind und Ihnen persönlich Spaß machen.

Wieso bekomme ich Unterzuckerungen bei Bewegung?

Durch die Bewegung verbrauchen Sie Energie in Form von Zucker. Insulin wirkt meist besser bei Bewegung. Deshalb sinkt der Blutzucker.

Wie passe ich die Insulindosis an Bewegung an?

In Abhängigkeit der Dauer, der letzten Insulin-Injektion, des Blutzucker-Ausgangswertes, der Intensität und des Trainingszustandes können 30 – 70 % des wirksamen Insulins für geplante Aktivitäten gekürzt werden. Je länger, stärker die Betätigung und je niedriger der Ausgangswert und je näher zum letzten Spritzzeitpunkt, desto mehr können Sie kürzen.

Kann man bei Bewegung auch zu hohe Zuckerwerte bekommen?

Bei hohen Ausgangswerten unter Insulinmangel oder in Stresssituationen (Überforderung, Wettkampfsituationen etc.) können die Blutzuckerwerte auch bei Bewegung kurzfristig steigen.

Wie oft muss ich den Blutzucker messen?

Wir empfehlen gerade bei unbekannten Aktivitäten nach einer halben Stunde erstmals zu messen und im weiteren Verlauf mindestens stündlich.

Was mache ich, wenn die geplante Bewegung nicht stattfindet, Insulin aber bereits gekürzt wurde?

Sollte sich zeitnah herausstellen, dass die Aktivität ausfällt, kann einfach das fehlende Insulin nachgegeben werden. Sind mehr als drei  Stunden seit der letzten Insulin-Injektion verstrichen, dann empfiehlt sich eine erneute Blutzucker-Messung mit entsprechender Korrektur.

Was mache ich bei Wassersportarten?

Bei Wassersportarten sollte der Ausgangswert etwas höher sein (mindestens 180 mg/dl bzw. 9,9 mmol/l) und Sie sollten Kohlenhydrate in wasserfesten Verpackungen (z. B. Jubin) bei sich tragen.

Darf ich tauchen?

Tauchen ist auch mit Diabetes mellitus möglich. Allerdings empfiehlt sich bei der Ausbildung, auf den Diabetes hinzuweisen und spezielle Übungen zu erproben, wie z. B. die Einnahme von Jubin unter Wasser.

Sind schnelle oder langsame Kohlenhydrate besser geeignet?

Um den Ausgangswert kurzfristig zu erhöhen oder bei niedrigen Werten bei Zwischenmessungen, sollten immer schnelle Kohlenhydrate (Saft, Traubenzucker etc.) eingenommen werden. Allerdings sollten diese immer um langsame Kohlenhydrate (wie beispielsweise Käsebrot, Müsli-Riegel) ergänzt werden, um den Zuckerwert stabil zu halten.

Welcher Ausgangswert ist vor Sport/Bewegung empfehlenswert?

Ein Blutzucker zwischen 150 und 180 mg/dl (8,3 – 9,9 mmol/l) ist optimal.

Was versteht man unter dem Muskel-Auffüll-Effekt?

Bei einer längeren körperlichen Aktivität wurde Zucker aus Muskel und Leber verbraucht. Diese Zuckerspeicher werden nach Bewegung wieder aufgefüllt.